Die Regierung sollte zum Skifahren aufrufen

Der Wintersport hat in den letzten Jahren an Attraktivität eingebüßt. Die Wintersportindustrie beklagt den Nachwuchsmangel und die damit verbunden Umsatzrückgängen.

Als Ursachen dafür kann man auch den Umstand anführen, dass die bis 1995 bestehende Schul-Skikurs-Pflicht, aufgehoben wurde. Nun soll die österreichische Bundesregierung, wie in deren Koalitionsabkommen festgeschrieben, dies wieder rückgängig machen, so die Hoffnung der Industrie.

Aber auch andere Effekte tragen zum Rückgang bei.

Da wären die Gesamtkosten für die doch relativ teure Ausstattung, bei den Skiern selbst angefangen über geeignete Kleidung, die Unterbringung, die Liftkarten, bis zum verbindlichen Sturzhelm. Da ist so manches Pauschalangebot für eine Fernreise günstiger.

Oder der Klimawandel. Wie die letzten Jahre oder gar Jahrzehnte gezeigt haben, gibt es oft zu wenig Schnee, gerade um die Weihnachtszeit, oder genügend nur in sehr hoch gelegenen Regionen. Das macht es schwierig, gerade für Familien mit schulpflichtigen Kindern, im Voraus zu planen. Auch die besten Beschneiungsanlagen, die ja heute schon zur Grundausstattung jedes Skigebiets gehören, können, wenn es eben zu warm ist, nichts dagegen ausrichten.

Ein paar Zahlen verdeutlichen den Rückgang:

Bis 1995 gab es Jahr für Jahr rund 250.000 Teilnehmer an Schulskikursen. Seitdem sind es nur noch 120.000 bis 130.000 Kinder und Jugendliche pro Jahr.

Seit Mitte der 80-er Jahre ist der Anteil der Österreicher, die nie auf Skiern standen von 47 auf 64 Prozent gestiegen.

Dabei ist der Wintersport eine der Haupteinnahmequellen der Alpenrepublik. Der Wertschöpfungseffekt bringt, inklusive Nebendienstleistungen, Jahr für Jahr etwa 11 Milliarden Euro Umsatz. Der Beitrag des Tourismus zum Bruttoinlandsprodukt (nicht nur alleine für die Wintersaison) beträgt rund 16 Prozent.

Dabei bietet das Land zwischen Bodensee und Neusiedler See hervorragende Möglichkeiten, Wintersport zu treiben. Es bietet nicht nur Pisten für das klassische Skifahren auf zwei Brettern, auch zahlreiche Trend- oder Randsportarten, wie Snowboard, Tourengehen, Langlaufen, Rodeln, Freestyle, und viele mehr, lassen sich ausgezeichnet betreiben.